Arbeitslosigkeit in Deutschland

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Arbeitslosigkeit – Definition und Konzepte

Arbeitslosigkeit ist aus makroökonomischer Perspektive zunächst ein Indikator für die Unterauslastung des Produktionsfaktors Arbeit und die dadurch verursachte Minderung an Wertschöpfung (vgl. Hartmann & Riedle 2005, S. 304). In sozialpolitischer Hinsicht stehen dagegen in erster Linie die individuellen Belastungen, v.a. durch den Einkommensausfall, im Vordergrund.

Darüber wann eine Person als arbeitslos gilt, sei es nun unter rein volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten oder bezüglich ihrer Ansprüche auf staatliche Transferleistungen, gibt es national wie international unterschiedliche Auffassungen. Auf den ersten Blick scheint die Antwort naheliegend: diejenigen die Arbeit suchen und keine finden sind arbeitslos, diejenigen, die Arbeit haben oder keine suchen sind demzufolge nicht arbeitslos. In der Realität stellt sich die Situation jedoch oft diffizil dar, denn es gibt zahlreiche Grauzonen zwischen Beschäftigung, Unterbeschäftigung und Nicht-Beschäftigung, die eine klare Trennung im Grunde unmöglich machen. Fraglich bleibt auch, ob Langzeitarbeitslosen, die aufgrund jahrelanger erfolgloser Bemühungen einen Arbeitsplatz zu finden, schlussendlich die aktive Suche aufgegeben haben, unterstellt werden kann, sie seien grundsätzlich nicht mehr an einer Beschäftigung interessiert und damit nicht mehr Teil der zugrundegelegten Erwerbsbevölkerung.

Eine national und international verbindliche Definition von Arbeitslosigkeit, die allen Ansprüchen gerecht wird, existiert aktuell nicht. Doch bevor man sich mit den Folgen von Arbeitslosigkeit beschäftigen kann, ist es unumgänglich, vorab zu klären, welche Definitionen des Begriffs generell existieren, und welche im Rahmen der folgenden Untersuchung zugrunde gelegt wird. Die Darstellung und der Vergleich der verschiedenen Konzepte zur Messung von Arbeitslosigkeit in Deutschland soll hier zunächst Klarheit über den Personenkreis geben, der nachfolgend im Zentrum des Interesses stehen wird.

Im Rahmen der statistischen Ermittlung von Arbeitslosigkeit in Deutschland gibt es prinzipiell zwei unterschiedliche Konzepte. Auf der einen Seite das Konzept der „Arbeitslosigkeit”, das den Veröffentlichungen der Bundesagentur für Arbeit (BA) zugrunde liegt, und auf der anderen Seite das Konzept der „Erwerbslosigkeit” der International Labour Organisation (ILO), welches vom Statistischen Bundesamt verwendet wird. Mit beiden Konzepten soll das Ausmaß der Arbeitslosigkeit in Deutschland gemessen werden – sie basieren allerdings auf unterschiedlichen Definitionen und verwenden voneinander abweichende Erhebungsmethoden. Gemeinsam ist beiden Konzepten der Grundgedanke, dass diejenigen Personen als erwerbs- bzw. arbeitslos gelten, die während einer bestimmten Periode ohne Arbeitsplatz sind, gleichzeitig aber Arbeit nachfragen und damit dem Arbeitsmarkt potenziell zur Verfügung stehen – also bereit sind, Arbeit aufzunehmen. Von Arbeitslosigkeit bzw. Erwerbslosigkeit spricht man daher i.d.R. erst dann, wenn sie unfreiwillig ist.

In der Statistik der registrierten Arbeitslosigkeit, die monatlich von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlich wird, gelten genauer Personen als arbeitslos,

„die vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, das 15 Wochenstunden und mehr umfasst, eine versicherungspflichtige Beschäftigung von mindestens 15 Wochenstunden suchen und dabei den Vermittlungsbemühungen der Agenturen für Arbeit bzw. der Träger der Grundsicherung zur Verfügung stehen und sich dort persönlich arbeitslos gemeldet haben.” (Bundesagentur für Arbeit 2009a)

Als arbeitslos gelten hierbei nicht Personen, die keine Erwerbstätigkeit ausüben können oder dürfen (z.B. Strafgefangene, Personen ohne Arbeitserlaubnis, „Erwerbsunfähige” aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen), Personen im Bildungssystem, in Altersrente, Wehr- oder Zivildienstleistende, Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen,

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